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Unterscheidungen von deutschen und harmonisierten Typenkurzzeichen

In der Praxis kommen Elektriker mit zwei Systemen von Typenkurzzeichen in Berührung: die deutsche Kennzeichnung nach DIN VDE 0250 sowie die europaweit harmonisierte Kennzeichnung nach DIN VDE 0281, 0282 und 0292. Die Zusammensetzungen der Kurzzeichen beider Systeme sind unterschiedlich, für den geprüften Blick jedoch recht schnell ersichtlich.

Angedacht war, dass die harmonisierte Kennzeichnung die nationalen Normen ablöst. Jedoch sind bei manchen Leitungstypen weiterhin nationale Kennzeichnungen geläufig. Beiden Systemen gemein ist, dass die Typenkurzzeichen die Bauart und den Verwendungszweck eindeutig bestimmen.

Deutsche Typenkurzzeichen

Die deutschen Kurzzeichen fügen sich aus Buchstaben und Ziffern zusammen. Die Buchstabengruppe definiert Eigenschaften und Materialien der Elektroleitung, die Zifferngruppe die Anzahl der Adern und deren Stärke.

Das Beispiel NYM-J 3×1,5 setzt sich zusammen aus:

  • Grundtyp: N, VDE-Typ, also national genormter Grundtyp
  • Isolierwerkstoff: Y, thermoplastischer Kunststoff PVC
  • Leitungsbezeichnung: M, Mantelleitung
  • Schutzleiter: -J,  mit Schutzleiter
  • Aderzahl: 3
  • Leiterquerschnitt: 1,5 mm

Deutsche Typenkurzzeichen bestehen aus acht Positionen bzw. Stellen, die jedoch nicht vollständig bestimmt bzw. ausgefüllt werden müssen.

Harmonisierte Typenkurzzeichen

Die harmonisierten Kurzzeichen sind im Vergleich zu den deutschen neunstellig und nach dem Raster 12345-6789 angeordnet. 1976 wurde von CENELC, dem europäischen Komitee für elektrotechnische Normung, innerhalb Europas ein harmonisiertes Kurzzeichensystem entwickelt. Die Informationen zu Bauart und Verwendungszweck sind dem deutschen Kurzzeichensystem zwar ähnlich, jedoch mit anderen Zeichen versehen. Darüber hinaus wird bei den harmonisierten Kurzzeichen auch die Nennspannung angegeben, für die die jeweilige Elektroleitung ausgelegt ist.

Die Elektroleitung mit dem harmonisierten Typenkurzzeichen H03 VV – R 3G 2,5 setzt sich zusammen aus:

  • Grundtyp: H, harmonisierter Typ (A steht bei Leitungen für „anerkannter nationaler Typ”)
  • Nennspannung: 03, 300/300 V
  • Isolierwerkstoff: V, PVC wärmebeständig (70 °C)
  • Mantelwerkstoff: V, PVC
  • Leiterart: R, mehrdrähtig
  • Aderzahl: 3
  • Schutzleiter: G, mit Schutzleiter
  • Leiterquerschnitt: 2,5 mm

Bei Elektroleitungen lohnt sich also ein genaues Hinsehen. Ebenso gilt es, im Alltag essenzielle DIN- und VDE-Bestimmungen sowie wichtige Sicherheitsregeln bei der Elektroinstallation zu beachten.

Beitragsbild: Conduits for Textbooks (and more!) von Wesley Fryer, CC BY 2.0

Elektroleitungen in der Installation – diese Leitungstypen werden am häufigsten verwendet

Elektroleitungen zählen zu den wichtigsten Elementen der Elektroinstallation. Je nach Verwendungszweck und Anwendungsbereich unterscheiden sie sich in Aderzahl, Isolier- und Mantelwerkstoff, Aufbau- und Leiterart sowie im Leiterquerschnitt. Grundsätzlich werden Leitungen darin unterschieden, ob sie für feste oder flexible Verlegungen eingesetzt und welchen Spannungen sie ausgesetzt werden. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über Einsatzarten und Typen von Elektroleitungen.

Leitungen für den starren und festen Einsatz

Elektroleitungen weisen unterschiedliche Farben auf, an denen Nutzer erkennen können, welche Funktion diese übernehmen. Elektrokabel, die aus mehreren Leitungen bestehen, unterscheidet man aufgrund ihrer Funktion in Energiekabel, Datenleitung, Steuerleitung sowie Kombinations- oder Hybridleitung.
Bei der Innenleitung (Installation und Einsatz in Gebäuden bzw. Räumen) trennt man Leitungen für die feste sowie für die flexible Verlegung. Letztere sind für den Anschluss von Geräten bestimmt.

Zu den gängigsten Leitungen für die feste Verlegung zählen folgende Leitungstypen:

  • Die Stegleitung (auch Flachleitung genannt) besteht aus PVC oder Kunststoff (Kurzzeichen NYIF) sowie aus eindrähtigem Kupfer und kann in oder unter Putz verlegt werden. Erhältlich sind Stegleitungen als drei- oder fünfadrige Leitungen mit einem Leiterquerschnitt von je 1,5 mm² und einer Dicke von 3,8 mm. In Feuchträumen sowie in Holzhäusern bzw. auf brennbaren Stoffen ist dieser Leitungstyp aufgrund seiner Beschaffenheit und Maße nicht zulässig.
  • Die Kabel- bzw. Mantelleitung (NYM) kann unter, im oder auf Putz in trockenen, feuchten und explosionsgefährdeten Räumen verlegt werden. Ummantelt sind diese Installationskabel mit PVC und bestehen aus drei bis fünf Adern. Vorteil der Kabel ist, dass sie lediglich einen sehr schmalen Stemmschlitz benötigen, um sicher verlegt zu werden. Oft reichen dafür zum Beispiel in Badezimmern die Fliesenfugen aus.
  • Kunststoffaderleitungen, bestehend aus eindrähtigen oder feindrähtigen Kupferleitern, sind zur festen Verlegung in Schalt- und Verteilungsanlagen prädestiniert. In Leerrohren können sie zudem auf oder unter Putz in trockenen Räumen installiert werden.
  • Weitere bekannte Leitungstypen für die feste Verlegung sind die Koaxial-Antennenleitung und die Telefonleitung.

Bei der flexiblen Verlegung werden folgende Leitungstypen am häufigsten verwendet:

  • Die Gummischlauchleitung gibt es sowohl in leichter als auch in mittelschwerer Bauweise. Erstere findet Verwendung für den Anschluss von Elektrogeräten, die geringen mechanischen Kräften ausgesetzt sind (Küchengeräte, Staubsauger, Radio usw.). Eine feste Verlegung ist auch bei diesen Leitungen erlaubt, z. B. in Möbeln, Verkleidungen oder Hohlräumen. Ungeeignet ist sie jedoch für die ständige Verwendung im Freien und bei gewerblich genutzten Elektrowerkzeugen. In mittelschwerer Ausführung darf die Gummischlauchleitung auch im Freien (Rasenmäher oder Heckenschere) verwendet werden. Auch auf Baustellen sowie in explosionsgefährdeten und landwirtschaftlichen Betrieben kommt diese Leitung zum Einsatz.
  • Kunststoffschlauchleitung
    Wie die Gummischlauchleitung gibt es auch die Kunststoffschlauchleitung sowohl in mittlerer als auch in leichter Ausführung. Auch hier findet die leichte Version ihren Einsatz in Geräten mit geringen mechanischen Kräften. Die mittlere Kunststoffschlauchleitung findet Anwendung bei Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen oder Kühlschränken.

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Beitragsbild: Ryan Connor von WorldSkills UK, CC BY 2.0

Schutzkontaktsteckdose, CEE, Starkstrom – Das sind die Unterschiede der Steckdosen-Typen

Nicht alle Steckdosen sind gleich: Zwischen normalen Schutzkontaktsteckdosen, Dreh- und Starkstromsteckdosen existieren große Unterschiede. Damit Sie den Überblick über die verschiedenen Bezeichnungen und Eigenschaften bewahren, haben wir für Sie alle Informationen zu den verschiedenen Steckdosenarten zusammengetragen.

Für den Haushalt: Schutzkontaktsteckdosen

Schutzkontaktsteckdose

Wenn Sie Zuhause eine Steckdose installieren, handelt es sich in der Regel um eine Schutzkontaktsteckdose. Sie besitzt neben dem stromleitenden Außenleiter und dem Neutralleiter noch einen direkt geerdeten Kontakt. Diese Schutzkontakte sind an der Seite der Dose angebracht und verhindern, dass Teile des angeschlossenen Geräts unter Spannung stehen und elektrische Schläge verursachen können. Durch die Erdung des Schutzkontaktes wird in einem solchen Fall sofort ein Kurzschluss ausgelöst und der Stromfluss unterbrochen. Mit Schutzkontaktsteckdosen sind Sie im Haushalt auf der sicheren Seite.

Für Camper und im Starkstrom-Bereich: Die CEE-Steckdosen 16A und 32A

Die sogenannten CEE-Normen wurden von der Internationalen Elektrotechnischen Kommission für alle elektrischen Steckverbindungen festgelegt. So trägt beispielsweise das Schutzkontaktsteckdose-System die Bezeichnung CEE 7/4. Wenn man im Alltag aber von CEE-Steckdosen spricht, sind in der Regel die folgenden Steckdosen gemeint:

Die blauen CEE-Stecker, umgangssprachlich auch „Caravan-Stecker“ genannt, besitzen drei Pole und sind für haushaltsübliche Spannungen von 200 bis 250 Volt ausgelegt. Im Gegensatz zum Schutzkontaktsteckdose-Stecker sind sie spritzwassergeschützt. Durch die Kontakthülse haben Stecker und Dose festen Halt, um auch bei dauerhafter Belastung Sicherheit zu garantieren.

Im Starkstrombereich gibt es die roten CEE-Stecker mit fünf Polen, die für bis 400 Volt Spannung einsetzbar sind. Durch ihre fünf Leiter – einer davon deutlich dicker als die anderen vier – sind sie verdrehsicher, das heißt, sie können nur in genau einer Position mit der Steckdose verbunden werden. Das ist für Drehstrommotoren wichtig: Die drei stromführenden Leiter in diesem CEE-Stecker sind in einer bestimmten Richtung geschaltet und der Motor ist auf diese Schaltung angewiesen. Nur wenn die Leiter richtig verkuppelt sind, funktioniert der Drehstrommotor.

Sie wissen jetzt welche Stecker es gibt und für welche Geräte sie eingesetzt werden. Schutzkontaktsteckdosen sind im Haushalt die richtige Wahl. Der blaue CEE-Stecker ist im Camping-Bereich verbreitet und für Anwendungen mit Starkstrom nutzen Sie den roten CEE-Stecker. Mit diesem Wissen läuft ab sofort nichts mehr schief beim Steckerkauf.

Wie immer gilt bei jeglichen Arbeiten an elektrischen Anlagen: Beachten Sie unbedingt die fünf Sicherheitsregeln und fragen Sie im Zweifelsfall einen Fachmann.

 

Reiseadapter – Weltweit den richtigen Anschluss haben

Wenn Sie mit elektronischen Geräten in den Urlaub oder auf Geschäftsreise fahren, sind Reiseadapter ein unersetzlicher Begleiter. Bei den zahlreichen unterschiedlichen Steckertypen und Netzspannungen auf der Welt werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen solchen Zwischenstecker brauchen. Selbst in Europa kann dieser nötig sein. Worauf Sie achten sollten, bevor Sie irgendeinen Reisestecker in Ihren Koffer packen, erfahren Sie hier.

Reiseadapter sind Allzweckwerkzeuge

Bei der Wahl des richtigen Adapters ist in erster Linie darauf zu achten, dass dieser in die Steckdose des Reiselandes passt. Eine Übersicht über die unterschiedlichen Steckertypen finden Sie am Ende dieses Artikels. Unabhängig davon gibt es ein paar grundsätzliche Details, die Ihnen vor dem Kauf eines Reisesteckers bewusst sein sollten.

  1. Möchte ich einen Schutzkontaktsteckdose-Stecker anschließen?

Nicht jeder Adapter für den Reisebedarf ist für Schutzkontaktstecker ausgelegt, die mit einem geerdeten Schutzleiter Fehlerströme und elektrische Schläge verhindern. Die Schutzklasse II besitzt ausreichend Isolierung für die sichere Verwendung von Kleingeräten. Wenn Sie allerdings verbrauchsstarke Geräte anschließen wollen, legen Sie sich zur Sicherheit einen Reiseadapter für Schutzkontakt-Stecker zu.

  1.  Welche Form soll der Adapter haben?

Hier gibt es zwei Varianten: Reisestecker für genau einen anderen Steckertyp oder Adapter für mehrere Standards. Bei den Multisteckern können Sie noch zwischen feststehenden oder ausschiebbaren Steckern wählen. Da die Varianten technisch identisch sind, ist es eine Frage des Geschmacks und der Handhabung.

  1. Welche Spannung braucht mein Gerät?

Die meisten Reiseadapter können nicht als Transformator eingesetzt werden und elektrische Spannungen umwandeln. Wenn Sie empfindliche Elektronik anschließen möchten, die nicht für die Netzspannung fremder Länder ausgelegt sind, lassen Sie sich unbedingt von einem Fachmann beraten.

Übrigens: Nicht nur für die eigene Elektronik im Reiseland sind solche Adapter wichtig, sondern auch umgekehrt. Wenn Sie elektrische Geräte im Ausland kaufen, denken Sie auch daran, wie Sie diese zuhause anschließen wollen.

Die Steckverbindungen der beliebtesten Reiseländer

Um den passenden Adapter zu finden, müssen Sie wissen, welcher Stecker im Reiseland genutzt wird. Die alphabetischen Normbezeichnungen des US-Handelsministeriums haben sich weltweit etabliert und erleichtern die Suche.

Typ A und B

In Nord- und Mittelamerika sowie Japan sind Steckverbindungen von Typ A und B der Standard. Typ B hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger einen Schutzleiterkontakt, der den Stecker verpolungssicher macht.

Plugs von Brad.K, CC BY 2.0

Plug von Samuel M. Livingston,  CC BY 2.0

Typ C

Den sogenannten Eurostecker können Sie in Europa fast überall nutzen. Ausnahmen sind nur das Vereinigte Königreich, Irland, Malta und Zypern. Er besitzt keinen Schutzleiter und schützt daher nicht gegen Fehlerströme und vor elektrischen Schlägen.

Typ D

Für Länder wie Indien, Pakistan, Bangladesch und Sri Lanka benötigen Sie Stecker mit dem Typ D.

Typ E und F

Der bekannte Schutzkontaktstecker von Typ F passt in Steckdosen in Deutschland, Teilen Skandinaviens, Spanien, Russland und dem Balkan. Die aktuellen Typ-E-Stecker, die besonders in Frankreich genutzt werden, sind heute mit Typ-F-Steckdosen kompatibel, so dass Sie bei einer Reise ins Nachbarland auf einen Reiseadapter verzichten können.

AC power plug/socket von espensorvik, CC BY 2.0

Typ G

Großbritannien, Irland und Malta nutzen diesen Steckertyp. Auch in Hongkong und dem indischen Subkontinent ist der sogenannte „Commonwealth-Stecker“ verbreitet.

Typ M

Der dreipolige Stecker ist in Südafrika, Namibia und Mosambik gängig und hat einen eingebauten Verpolungsschutz. Das Vertauschen von Polen ist damit unmöglich, was für Gerät mit Gleichspannung und bestimmte Wechselspannungsgeräten wie Drehstrommotoren wichtig ist.

Typ I

Wenn Sie nach Australien, Neuseeland, China oder Argentinien reisen möchten, sollte Ihr Reiseadapter diesen Stecker von Typ I unterstützen.

socket_outlet von Alikai, CC BY 2.0

Mit einem Multistecker haben Sie den klaren Vorteil, für die beliebtesten Reiseziele einen entsprechenden Anschluss zu besitzen. Um ganz sicher zu gehen, können Sie hier alle gängigen Netzspannungen und Steckverbindungen der Welt vor Ihrer Reise überprüfen.

Grafik kann auch eingebettet werden:

Quelle: Marco Polo