Beiträge

Unterscheidungen von deutschen und harmonisierten Typenkurzzeichen

In der Praxis kommen Elektriker mit zwei Systemen von Typenkurzzeichen in Berührung: die deutsche Kennzeichnung nach DIN VDE 0250 sowie die europaweit harmonisierte Kennzeichnung nach DIN VDE 0281, 0282 und 0292. Die Zusammensetzungen der Kurzzeichen beider Systeme sind unterschiedlich, für den geprüften Blick jedoch recht schnell ersichtlich.

Angedacht war, dass die harmonisierte Kennzeichnung die nationalen Normen ablöst. Jedoch sind bei manchen Leitungstypen weiterhin nationale Kennzeichnungen geläufig. Beiden Systemen gemein ist, dass die Typenkurzzeichen die Bauart und den Verwendungszweck eindeutig bestimmen.

Deutsche Typenkurzzeichen

Die deutschen Kurzzeichen fügen sich aus Buchstaben und Ziffern zusammen. Die Buchstabengruppe definiert Eigenschaften und Materialien der Elektroleitung, die Zifferngruppe die Anzahl der Adern und deren Stärke.

Das Beispiel NYM-J 3×1,5 setzt sich zusammen aus:

  • Grundtyp: N, VDE-Typ, also national genormter Grundtyp
  • Isolierwerkstoff: Y, thermoplastischer Kunststoff PVC
  • Leitungsbezeichnung: M, Mantelleitung
  • Schutzleiter: -J,  mit Schutzleiter
  • Aderzahl: 3
  • Leiterquerschnitt: 1,5 mm

Deutsche Typenkurzzeichen bestehen aus acht Positionen bzw. Stellen, die jedoch nicht vollständig bestimmt bzw. ausgefüllt werden müssen.

Harmonisierte Typenkurzzeichen

Die harmonisierten Kurzzeichen sind im Vergleich zu den deutschen neunstellig und nach dem Raster 12345-6789 angeordnet. 1976 wurde von CENELC, dem europäischen Komitee für elektrotechnische Normung, innerhalb Europas ein harmonisiertes Kurzzeichensystem entwickelt. Die Informationen zu Bauart und Verwendungszweck sind dem deutschen Kurzzeichensystem zwar ähnlich, jedoch mit anderen Zeichen versehen. Darüber hinaus wird bei den harmonisierten Kurzzeichen auch die Nennspannung angegeben, für die die jeweilige Elektroleitung ausgelegt ist.

Die Elektroleitung mit dem harmonisierten Typenkurzzeichen H03 VV – R 3G 2,5 setzt sich zusammen aus:

  • Grundtyp: H, harmonisierter Typ (A steht bei Leitungen für „anerkannter nationaler Typ”)
  • Nennspannung: 03, 300/300 V
  • Isolierwerkstoff: V, PVC wärmebeständig (70 °C)
  • Mantelwerkstoff: V, PVC
  • Leiterart: R, mehrdrähtig
  • Aderzahl: 3
  • Schutzleiter: G, mit Schutzleiter
  • Leiterquerschnitt: 2,5 mm

Bei Elektroleitungen lohnt sich also ein genaues Hinsehen. Ebenso gilt es, im Alltag essenzielle DIN- und VDE-Bestimmungen sowie wichtige Sicherheitsregeln bei der Elektroinstallation zu beachten.

Beitragsbild: Conduits for Textbooks (and more!) von Wesley Fryer, CC BY 2.0

Eine sorgfältig durchdachte Planung in der Elektroausstattung von Gebäuden vermeidet zusätzliche Kosten – denn nachträglich durchgeführte Änderungen in der Elektroinstallation sind oftmals mit enormem Arbeitsaufwand verbunden. Für Bauherren, Architekten und Elektrofachleute ist es daher außerordentlich wichtig, gemeinsam den Ausstattungsumfang in der Elektroinstallation frühzeitig zu definieren. Wir zeigen Ihnen heute, welche Varianten es gibt und wo sie eingesetzt werden.

Eindeutige Kennzeichnungen sorgen für Transparenz in der Elektroinstallation

In den 1970er Jahren legte die HEA Hauptberatungsstelle für Elektrizitätsanwendung – und damit die heutige Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V. – eine funktionelle Bewertung der Elektroinstallation fest, die über die DIN 18015 hinausging. Die Anzahl sämtlicher Schalter, Steckdosen und Anschlüsse für Kommunikationsanlagen in Wohnungen werden seitdem durch diese Kennzeichnung bestimmt. So ist es möglich, Ausstattungsvarianten elektrischer Anlagen besser miteinander zu vergleichen – sei es durch Elektrofachleute, Käufer oder Mieter. 1978 erfolgte eine Registrierung der Ausstattungswerte beim RAL (Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.).

Eine Anpassung an aktuelle Entwicklungen in der Elektroinstallation findet kontinuierlich statt. So wurden zum Beispiel 2010 in den Ausstattungsvarianten sowohl Energie-Effizienz-Maßnahmen als auch verschiedene Entwicklungen in der  Gebäudesystemtechnik berücksichtigt.

Ausstattungswerte und ihre Anforderungen

In der Richtlinie RAL-RG 678 sind für Wohnge­bäude drei Ausstattungsstufen abgesteckt. Dabei steht ein Stern für die Mindestausstat­tung, zwei Sterne (✶✶) stehen für die Standardausstattung oder drei Sterne (✶✶✶) für die komfortabelste Variante. Zu diesen drei Stufen kommen jeweils drei Plus-Ausstattungswerte hinzu, die den folgenden Funktionsbereichen zugeord­net sind:

  • Schalten und Dimmen
  • schaltbare Steckdosen, geschaltete Geräte und Energie-Management
  • Sonnenschutz
  • Lüften, Kühlen, Heizen und
  • Sicherheit.

Diese Funktionsbereiche werden in den drei Plus-Ausstattungsvarianten entweder vorbereitet oder sogleich umgesetzt. So ergeben sich insgesamt sechs Ausstattungsvarianten:

  • 1 ()
    Mindestausstattung nach DIN 18015-2, die Grundbedürfnisse an die Elektroinstallation werden abgedeckt. Für die Küche werden beispielsweise fünf Steckdosen und zwei Beleuchtungsanschlüsse empfohlen.
  • 1 () plus
    Mindestausstattung wie 1 (✶), zusätzlich müssen sämtliche Funktionsbereiche Voraussetzungen für die Installation von Leerrohren vorweisen.
  • 2 (✶✶)
    Standardausstattung, der An­schluss und die Nutzung aller gewöhnlichen Elektrogeräte muss gewährleistet sein. Installationsrohre und -dosen sind vorhanden und lassen sich flexibel erweitern.
  • 2 (✶✶) plus
    Standardausstattung wie 2 (✶✶), zudem müssen alle Funktionsbereiche – etwa durch Installationsrohre – vorbereitet sein. Einen Funktionsbereich gilt es dabei umzusetzen.
  • 3 (✶✶✶)
    Komfortausstattung für Nutzer mit gehobenen Ansprüchen. Vorgesehen sind in dieser Variante zum Beispiel TV- oder Telefonanschlüsse für das Bad.
  • 3 (✶✶✶) plus
    Komfortausstattung wie 3 (✶✶✶), zusätzlich müssen alle Funktionsbereiche vorbereitet sein. Mindestens zwei Funktionsbereiche müssen umgesetzt sein.

Eine konkrete Auflistung empfohlener Steckdosen, Schalter, Kommunikationsanschlüsse sowie weitere Details finden Sie in der Broschüre der HEA.

Unser Tipp: Je mehr Anschlüsse, Stromkreise und Gebäudesystemtechnik Sie in Gebäuden planen, desto komfortabler und sicherer ist die gesamte Wohnsituation. Bevor Sie jedoch mit der Planung beginnen, sollten Sie die konkreten Ansprüche kritisch überprüfen. So sind für jüngere Bewohner elektrische Rollläden in allen Wohnräumen Luxus, für ältere stellen sie eine nicht verzichtbare Alltagserleichterung dar.

Die vorgestellten Ausstattungsvarianten fallen unter die DIN 18015, die sich mit elektrischen Anlagen in Wohngebäuden und deren Planungsgrundlagen beschäftigt. Weitere wichtige DIN- und VDE-Normen haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Jedes elektrische Betriebsmittel hat eine sogenannte IP-Schutzklasse. Sie definiert, wie Lampen, Steckdosen oder Installationsmaterial gegen äußere Einwirkungen wie Wasser oder Fremdkörper geschützt sind. Was genau die einzelnen Schutzklassen bedeuten, erfahren Sie hier.

Alle IP-Schutzklassen im Überblick

Die Abkürzung IP bedeutet International Protection. Nach DIN EN 60529 VDE 0470-1:2014-09 werden die Buchstaben von bis zu zwei Zahlen ergänzt, die anzeigen, gegen welche Einflüsse das Gerät geschützt ist – also etwa IP44. Die erste Zahl steht für den Schutz gegen Berührung und Fremdkörper, die zweite Zahl für den Schutz gegen Wasser und Feuchtigkeit. Ist nur eine Schutzfunktion zu erfüllen, wird die andere Stelle durch ein X ersetzt.

Daraus ergeben sich folgende Schutzklassen für den Berührungsschutz:

  • IP0X: Hier besteht keinerlei Schutz vor Berührung.
  • IP1X: Das Betriebsmittel ist gegen Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 50 mm geschützt.
  • IP2X: Geräte mit dieser Klasse sind gegen Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 12,5 mm gesichert. Das stellt beispielsweise einen wirksamen Schutz gegen Finger dar.
  • IP3X: Dies bedeutet, dass Gegenstände mit einem Durchmesser von mindestens 2,5 mm den elektrischen Betrieb nicht stören können. Damit ist das Gerät auch gegen die Berührung durch Werkzeuge wie Schraubendreher gesichert.
  • IP4X: Das elektrische Betriebsmittel ist gegen Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 1 mm geschützt. Selbst Drähte sind hier keine Gefahr.
  • IP5X: Ob Steckdose oder Lampe, diese Gerät sind vollständig gegen Berührungen geschützt. Auch Staubablagerungen im Gerät sind ungefährlich.
  • IP6X: Ist ein elektrisches Gerät, beispielsweise ein Personenschutzschalter, mit dieser Schutzklasse versehen, können selbst kleinste Staubkörner nicht eindringen.

 

Die Schutzklassen für den Wasserschutz lauten wie folgt:

  • IPX0: Hier besteht keinerlei Wasserschutz. Das Betriebsmittel sollte nur in absolut trockenen Räumen installiert werden.
  • IPX1: Das Betriebsmittel ist gegen senkrecht herabfallende Wassertropfen geschützt.
  • IPX2: Das elektrische Gerät ist gegen schräg fallende Wassertropfen (Winkel zur Senkrechten < 15°) gesichert.
  • IPX3: Hier besteht Schutz gegen Sprühwasser (Winkel zur Senkrechten < 60°). Das Gerät darf beispielsweise in überdachten Bereichen des Gartens oder Balkons eingesetzt werden.
  • IPX4: Spritzwasser kann nicht in die Steckdose oder den Lichtschalter eindringen. In Feuchträumen und Garagen ist diese Schutzklasse die Mindestanforderung.
  • IPX5: Bei dieser Schutzklasse herrscht Sicherheit vor Strahlwasser aus allen Richtungen. In nassen Bereichen wie Schwimmbädern oder in Waschküchen, die nass gereinigt werden sollen, sollten Sie Geräte mit dieser Klasse verwenden.
  • IPX6: Starkes Strahlwasser und vorübergehende Überflutung sind keine Gefahr. Geräte im Garten, die auch bei einem starken Regen im Freien bleiben, sollten diese Klassifizierung aufweisen.
  • IPX7: Das Betriebsmittel ist gegen ein vorübergehendes Eintauchen gesichert. Bodenlampen im Außenbereich sollten beispielsweise diese Schutzart aufweisen.
  • IPX8: Soll das Gerät gegen dauerhaftes Eintauchen geschützt sein, sollte es diese Schutzklasse aufweisen. Dann ist es wasserdicht.
  • IPX9: Diese Klasse beschreibt den Schutz gegen Hochdruck und Dampfstrahlreiniger. Sie kommt insbesondere in der Landwirtschaft und bei Straßenfahrzeugen zum Einsatz.

 

Informieren Sie sich vor der Installation von Schaltern, Bewegungsmeldern oder anderen Materialien über die genaue Nutzung und die Umgebungseinflüsse. Nur Geräte mit der entsprechenden IP-Schutzklasse dürfen beispielsweise in Feuchträumen oder im Außenbereich verbaut werden. Eine Steckdose, die in Feuchträumen installiert werden darf, muss beispielsweise eine Schutzklasse von mindestens IP44 aufweisen. Sie ist gegen Berührung mit feinen Drähten oder Werkzeugen ebenso gesichert wie gegen Spritzwasser.

 

Unabhängig von dem Einsatzort der Materialien gelten bei allen Arbeiten an elektrischen Anlagen die fünf Sicherheitsregeln.

Im Alltag müssen sich Elektroinstallateure permanent mit neuen und alten Normen auseinandersetzen, vor allem da neuartige Produkte mit bisher unbekannten Richtlinien versehen werden. Maßgeblich dabei sind die VDE-Vorschriften für Elektroinstallationen. Heute fassen wir für Sie die wichtigsten VDE-Normen zusammen.

 

DIN- und VDE-Normen erleichtern die Elektroarbeit und bieten Schutz

Sie geben den aktuellen Stand der Technik wieder und stehen in der Rangfolge unter Gesetzen, Verordnungen und Unfallverhütungsvorschriften: Technische Normen wurden in der Bundesrepublik Deutschland 1985 harmonisiert und stehen für konkrete Richtlinien, deren Anwendung grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen erfüllen.

Das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) ist die übergeordnete Normenorganisation. Die Deutsche Elektrotechnische Kommission (DKE) ist ein Organ des DIN und wird vom Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) getragen. Beide Organisationen legen jeweils Normen für die Elektrotechnik fest. Sämtliche Bereiche (auch der Elektronik) sind im Regelwerk und den Vorschriften des VDE verzeichnet. Als Elektrospezialist sollten Sie dies jedoch nicht als Einschränkung, sondern als Hilfestellung interpretieren. Denn die VDE-Bestimmungen bieten nützliche Informationen bei der Klärung elektro- und installations-spezifischer Herausforderungen. Auf ihrer Basis werden deutschlandweit elektrische Anlagen nach gleichen Kriterien produziert. So herrschen überall gleiche Standards im Hinblick auf elektrischen Personenschutz und technische Betriebssicherheit – auch für alle Teile der Gebäude-Elektroinstallation.

Diese DIN- und VDE-Normen sollten Sie beachten

Die Nummern der VDE-Bestimmungen tragen zu Beginn „VDE“ sowie eine „0“, anschließend folgt eine Gruppennummer. Nimmt die jeweilige VDE-Vorschrift den Rang einer DIN-Norm ein, beginnt sie mit „DIN-VDE“. Neben Grundlagen beinhalten die VDE-Vorschriften spezielle Richtlinien, die sich auf elektrische Anlagen beziehen. Das komplette Vorschriftenwerk fasst mehr als 3.500 gültige DIN-Normen, Vornormen, Entwürfe und Beiblätter und gliedert sich in acht Normengruppen:

  1. Allgemeine Grundsätze und Energieanlagen
  2. Kabel und elektrische Leitungen
  3. Isolierstoffe
  4. Überwachungstechnik (Messen, Steuern, Prüfen)
  5. Elektrische Maschinen, Batterien und Akkumulatoren
  6. Elektroinstallation (Vorschriften zu Installationsmaterial und Schaltgeräten)
  7. Sicherheit von Haushalts- und Arbeitsgeräten
  8. Nachrichten- und Informationstechnik

Folgende VDE-Bestimmungen und Normen finden Sie in den oben aufgeführten acht Normengruppen und sollten Sie stets beachten:

  • VDE 0100 – Planung, Errichtung und Prüfung von Starkstromanlagen mit einer Nennspannung bis zu 1 kV in Wohngebäuden sowie gewerblichen wie öffentlichen Einrichtungen
  • DIN 18015 – Angaben zu elektrischen Anlagen in Wohngebäuden, deren Mindestausstattung, Planungsgrundlagen sowie Leitungsführung und Anordnung von Betriebsmitteln
  • VDE 0100-610 – Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1 kV bei Erstprüfung
  • DIN EN 50110/VDE 0105-100 – VDE-Bestimmungen für den Betrieb von Starkstromanlagen
  • DIN VDE 0104 – Errichten und Betreiben elektrischer Prüfanlagen
  • DIN EN 61310-3/VDE 0113-103 – Bestimmungen für die elektrische Ausrüstung von Be- und Verarbeitungsmaschinen mit Nennspannungen bis 1 kV
  • VDE 0141 – VDE-Bestimmungen für Erdungen
  • VDE 0165-1 – Errichtung elektrischer Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen
  • VDE 0701-0702 – Prüfung nach Instandsetzung sowie Änderung elektrischer Geräte

Generell gilt: Achten Sie stets auf die wichtigsten Sicherheitsregeln bei der Elektroinstallation. Für noch mehr Sicherheit schützt Sie die persönliche Schutzausrüstung.

Bei vielen Elektroarbeiten sollte dem Anschluss elektrischer Leitungen höchste Aufmerksamkeit beigemessen werden. Denn wenn ganze Wohnräume mit Strom versorgt und Steckdosen sowie Schalter installiert werden, ist ein fehlerfreier Anschluss einer elektrischen Leitung absolut notwendig. Wir geben Ihnen heute im ersten Teil unserer Reihe zum Thema „Elektrokabel” einen kurzen Einblick und erklären Ihnen den Unterschied zwischen Leitungen und Kabel.

Unterschied zwischen Stromkabel und Stromleitung

Von außen ähneln sich sämtliche Elektrokabel aufgrund ihrer weißen, grauen oder schwarzen Ummantelung. In der Elektroinstallation unterscheidet man jedoch zwischen isolierten Leitungen und (Stark-)Stromkabeln. Diese Starkstromkabel finden vor allem im Freien ihren Einsatz. Dort benötigen sie eine dicke Mantelisolierung. Auf sie wirken meist höhere mechanische Kräfte und sind dank ihrer Schutzschicht auch gegen Wärmeinwirkung abgeschirmt.

Isolierte Leitungen im Haus können auf oder unter Putz als Rohr-, Kabel- oder Stegleitungen verwendet werden. Um Leitungen unterscheiden zu können, werden sie entweder nach der Norm „DIN VDE 0250″ oder mit harmonisierten Typenkurzzeichen gekennzeichnet. Was sich hinter den teilweise kryptischen Bezeichnungen versteckt, hat der VDE in seinem umfassenden Lexikon „Lexikon der Kurzzeichen für Kabel und isolierte Leitungen nach VDE, CENELEC und IEC” anschaulich aufgelistet.

 

Elektrische Leiter und ihre Funktionen

Als Leiter werden bei Elektroleitungen einzelne Drähte oder Adern bezeichnet. Welche Funktionen die einzelnen Leiter haben, sagen die unterschiedlichen Farben aus. Dabei unterscheidet man zwischen Außenleiter (auch Phasenleiter oder einfach „Phase” genannt), Neutralleiter (Nullleiter) und Schutzleiter (Erdleiter). Der Außenleiter führt den Strom stets vom Netz zum Schalter bzw. zur Steckdose. Seine Ummantelung ist entweder braun, schwarz oder grau. Das Kurzzeichen ist „L”. Der Neutralleiter führt vom Schalter bzw. Steckdose den Strom zurück ins Netz (blauer Kunststoffmantel, abgekürzt mit „N”). Der Schutzleiter (grün-gelb, PE oder PEN) leitet mögliche Körperströme zur Erde ab. Alle Verbraucher bzw. Stromabnehmer, die mit dem Erdsymbol gekennzeichnet sind, müssen immer mit dem Schutzleiter verbunden werden.

Tipp: Verlassen Sie sich nicht darauf, dass einzelne Leiter auch richtig angeschlossen wurden. Besonders in Altbauten empfehlen wir Ihnen, vor Beginn Ihrer Elektroarbeiten die einzelnen Leiter mit einem Messgerät zu prüfen, da hier oft noch alte Leitungen mit nicht mehr aktuellen Bezeichnungen verbaut sind.

Generell gilt: Je stärker die Belastung, desto größer sollte der Leitungsquerschnitt sein. Bedenken Sie auch, dass sämtliche elektrische Arbeiten Personen mit einschlägigen elektrotechnischen Kenntnissen und umfassender Erfahrung überlassen werden sollten. Achten Sie bei allen Tätigkeiten in der Elektroinstallation auf die herkömmlichen Sicherheitsregeln.

 

Beitragsbild: Barfotad utan strumpor och (kabel)skor von Christian Dahlqvist, CC BY-SA 2.0

In Räumen für medizinische Zwecke gelten besondere Vorschriften. Um die Sicherheit von Patienten und Ärzten jeder Zeit zu gewährleisten, ist seit 2012 die Norm DIN VDE 0100-710 in Kraft getreten, die auch die Elektroinstallation in der Arztpraxis festlegt. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie das Licht- oder Stromnetz in medizinisch genutzten Räumen installieren oder erneuern.

Medizinische Räume mit unterschiedlichen Anforderungen

Nach der entsprechenden VDE Norm werden medizinische Räume in drei Kategorien eingeteilt:

  • Gruppe 0

Darunter fallen Besprechungs- und Untersuchungszimmer ohne elektrische Geräte für medizinische Zwecke. Auch Wartezimmer und Flure gehören in diese Kategorie. Die elektrische Anlage kann problemlos abgeschaltet werden und sollte lediglich mit einem Schutzpotentialausgleich und Fehlerstromschutzschaltern gegen Fehlerströme gesichert werden.

  • Gruppe 1

In Räumen der Gruppe 1 werden Patienten mit medizinischen Elektrogeräten behandelt. Darunter fallen alle Untersuchungen, die keine lebensbedrohlichen Eingriffe erfordern und die jederzeit unterbrochen werden können. Allgemeine Arzt- oder Dentalpraxen, sowie Therapiezimmer, Räume zur Altenpflege, für Erste-Hilfe-Notfälle oder betriebsmedizinischen Untersuchungen fallen in diese Kategorie.

Die Elektroinstallationsnormen schreiben für die Nutzung dieser Räume neben dem üblichen FI-Schutzschalter einen zusätzlichen Schutzpotentialausgleich nach VDE 0100-710 vor, der von der Hauptausgleichsschiene getrennt ist. Darüber hinaus wird bei OP-Leuchten und anderen SELV- oder PELV-Stromkreisen ein Schutz durch Kleinspannung gefordert.

  • Gruppe 2

Bei invasiven medizinischen Operationen ist oft eine durchgehende Stromversorgung der Niederspannungsanlage notwendig, da der Ausfall medizinischer Geräte für den Patienten lebensbedrohlich wäre. Das hat zwei Dinge zur Folge:

  1. Sensiblen Geräte des medizinischen IT-Systems müssen an eine eigene, sichere Stromversorgung (SSV) angeschlossen werden. Im Operationsraum markieren beispielsweise farbige Steckdosen die unterbrechungsfreien Stromkreise. Die Notfallbeleuchtung muss ebenfalls an die SSV gekoppelt sein.
  2. Der Stromkreis für die medizinischen Geräte darf nicht mit einem Fehlerstromschutzschalter gesichert werden. Dies würde zu einer lebensgefährlichen Unterbrechung der Behandlung führen. Die doppelte Isolation der Spezialgeräte bietet in der Regel ausreichend Schutz. Zusätzlich kann ein Isolationswächter eingebaut werden, um Fehlerströme akustisch oder visuell anzuzeigen, ohne die Versorgung auszusetzen.

Die optimale Elektroinstallation in der Arztpraxis

Jede Praxis hat andere Anforderungen an die elektrische Anlage. Räume der Gruppe 2 finden Sie in der Regel nur in Krankenhäusern. Dennoch sollten Sie vor der Installation alle notwendigen Aspekte mit dem Arzt besprechen, um jede Eventualität abzudecken. So können beispielsweise sehr sensible medizinische Geräte eine erhöhte Abschirmung vor elektromagnetischen Wellen erfordern. Eine intensive Analyse der Praxis ist die Voraussetzung für eine optimale Elektroinstallation.

Sollten Sie Hilfe bei der Elektroinstallation in Arztpraxen haben, wenden Sie sich gerne an uns. Wir helfen Ihnen jederzeit weiter!

Die Sicherung der elektrischen Anlage hat oberste Priorität: Bereits kleine Fehler an Geräten mit elektrischem Strom können im Haushalt zu gefährlichen Stromschlägen führen. Deshalb ist seit 1984 der Fehlerstromschutzschalter bei Neubauten mit Feuchträumen wie Bädern Pflicht. Seit 2009 ist der Fehlerstromschutzschalter für alle neu errichteten Steckdosen in privaten und gewerblichen Bauten verpflichtend. Er schaltet den Strom bei Unfällen mit elektrischen Leitungen innerhalb von Sekundenbruchteilen ab und schützt Sie so vor schweren Verletzungen. Hier erfahren Sie, wie der lebensrettende Schutzschalter funktioniert.

Funktion des Fehlerschutzschalters

Der Fehlerschutzschalter ist für den persönlichen Schutz entscheidend: Er überwacht den Stromfluss und sorgt dafür, dass er stets gleichbleibt. Der sogenannte FI-Schutzschalter (F steht für Fehler, I entspricht dem physikalischen Symbol für Stromstärke) gehört in jeden Haushalt und ist nach DIN VDE 0100-410 für alle Steckdosen-Stromkreise bis einschließlich 20 A obligatorisch. Installieren Sie neue Steckdosen, ist die Nachrüstung verpflichtend.

Weicht der Wert des ausgehenden Stroms vom Wert des zurückkehrenden Stroms ab, liegt ein Fehler in der Leitung vor. Bereits Abweichungen von weniger als 30 Milliampere werden registriert. Der Kreislauf ist dann beschädigt und der Strom fließt entweder über ein anderes, leitfähiges Material ab oder über den Menschen. Ein lebensgefährlicher Stromschlag wäre die Folge. Der Schutzschalter unterbricht in diesem Fall innerhalb von 0,2 Sekunden den Stromkreislauf.

Wird ein Fehlerstrom erkannt, unterbricht der Schalter den jeweiligen Stromkreislauf. Daher wird empfohlen, mehrere FI-Schutzschalter einzusetzen und zumindest die Licht- und Steckdosenkreise getrennt zu sichern. So wird im Fehlerfall nicht die gesamte Anlage abgeschaltet.

Betrieb und Wartung des Fehlerstromschutzschalters

Bei Unregelmäßigkeiten unterbricht der Schalter die gesamte Stromversorgung. Die innovativen FI-Schutzschalter von Kopp zeigen bereits durch die Stellung des Hebels die Abschaltursache an: Ist er mittig, war ein Fehlerstrom der Grund. Befindet sich der Hebel unten, wurde er manuell ausgeschaltet. Nachdem ein Defekt an der Leitung behoben wurde, kann der Schalter wieder nach oben gedrückt werden, um den Strom wieder einzuschalten.

Das Gerät sollte alle sechs Monate getestet werden. Mit der Prüftaste kann ein Fehler simuliert werden. Der Hebel sollte beim Druck auf die Taste sofort umspringen. Tut er es nicht, sollte der Fehlerschutzschalter umgehend austauscht werden. Den Test können Sie jederzeit selbst erledigen – den Einbau oder Austausch sollte auf jeden Fall der Fachmann übernehmen

Defekte oder beschädigte Kabel sind die Hauptursache für Fehlerströme. Bei elektrischen Geräten können sie relativ schnell ausfindig gemacht werden, ein Kabelbruch in der Wand hingegen stellt eine größere Herausforderung dar. Bei Fragen helfen wir Ihnen jederzeit gerne weiter!

Schutzkontaktsteckdose, CEE, Starkstrom – Das sind die Unterschiede der Steckdosen-Typen

Nicht alle Steckdosen sind gleich: Zwischen normalen Schutzkontaktsteckdosen, Dreh- und Starkstromsteckdosen existieren große Unterschiede. Damit Sie den Überblick über die verschiedenen Bezeichnungen und Eigenschaften bewahren, haben wir für Sie alle Informationen zu den verschiedenen Steckdosenarten zusammengetragen.

Für den Haushalt: Schutzkontaktsteckdosen

Schutzkontaktsteckdose

Wenn Sie Zuhause eine Steckdose installieren, handelt es sich in der Regel um eine Schutzkontaktsteckdose. Sie besitzt neben dem stromleitenden Außenleiter und dem Neutralleiter noch einen direkt geerdeten Kontakt. Diese Schutzkontakte sind an der Seite der Dose angebracht und verhindern, dass Teile des angeschlossenen Geräts unter Spannung stehen und elektrische Schläge verursachen können. Durch die Erdung des Schutzkontaktes wird in einem solchen Fall sofort ein Kurzschluss ausgelöst und der Stromfluss unterbrochen. Mit Schutzkontaktsteckdosen sind Sie im Haushalt auf der sicheren Seite.

Für Camper und im Starkstrom-Bereich: Die CEE-Steckdosen 16A und 32A

Die sogenannten CEE-Normen wurden von der Internationalen Elektrotechnischen Kommission für alle elektrischen Steckverbindungen festgelegt. So trägt beispielsweise das Schutzkontaktsteckdose-System die Bezeichnung CEE 7/4. Wenn man im Alltag aber von CEE-Steckdosen spricht, sind in der Regel die folgenden Steckdosen gemeint:

Die blauen CEE-Stecker, umgangssprachlich auch „Caravan-Stecker“ genannt, besitzen drei Pole und sind für haushaltsübliche Spannungen von 200 bis 250 Volt ausgelegt. Im Gegensatz zum Schutzkontaktsteckdose-Stecker sind sie spritzwassergeschützt. Durch die Kontakthülse haben Stecker und Dose festen Halt, um auch bei dauerhafter Belastung Sicherheit zu garantieren.

Im Starkstrombereich gibt es die roten CEE-Stecker mit fünf Polen, die für bis 400 Volt Spannung einsetzbar sind. Durch ihre fünf Leiter – einer davon deutlich dicker als die anderen vier – sind sie verdrehsicher, das heißt, sie können nur in genau einer Position mit der Steckdose verbunden werden. Das ist für Drehstrommotoren wichtig: Die drei stromführenden Leiter in diesem CEE-Stecker sind in einer bestimmten Richtung geschaltet und der Motor ist auf diese Schaltung angewiesen. Nur wenn die Leiter richtig verkuppelt sind, funktioniert der Drehstrommotor.

Sie wissen jetzt welche Stecker es gibt und für welche Geräte sie eingesetzt werden. Schutzkontaktsteckdosen sind im Haushalt die richtige Wahl. Der blaue CEE-Stecker ist im Camping-Bereich verbreitet und für Anwendungen mit Starkstrom nutzen Sie den roten CEE-Stecker. Mit diesem Wissen läuft ab sofort nichts mehr schief beim Steckerkauf.

Wie immer gilt bei jeglichen Arbeiten an elektrischen Anlagen: Beachten Sie unbedingt die fünf Sicherheitsregeln und fragen Sie im Zweifelsfall einen Fachmann.