Handwerker baut Steckdose ein

Im Haushalt kommt es eher selten vor, dass Sie eine neue Steckdose installieren müssen. Steckdosen und Lichtschalter sind heute langlebig und eine vorausschauende, moderne Elektroplanung deckt in der Regel den Bedarf an Stromzugängen ab. Sollten Sie dennoch mal eine neue Steckdose montieren wollen, ist das allerdings kein großes Problem. Mit der richtigen Ausrüstung ist das schnell erledigt.

Hinweis: Achten Sie bei allen Arbeiten an elektrischen Anlagen unbedingt auf ausreichende Sicherheitsmaßnahmen und fragen Sie im Zweifel immer einen erfahrenen Elektriker!

Schritt 1: Die Steckdosenblende abmontieren

Bevor Sie eine neue Steckdose montieren können, müssen Sie natürlich erst die alte ausbauen. Dazu schalten Sie als erstes unbedingt den Strom am Sicherungskasten ab und überprüfen die Spannungsfreiheit an der Steckdose mit einem Spannungsprüfer. Fließt kein Strom mehr durch die Leitung, können Sie die Abdeckung nach einem einfachen Lösen der Mittelschraube abnehmen. Das geht schnell und vollkommen unkompliziert.

Hochwertige Steckdosen haben eine lange Lebenszeit und müssen immer seltener ausgetauscht werden. Oft sind es nur die Blenden, die vielleicht unansehnlich oder unmodern geworden sind und ausgetauscht werden sollen. Natürlich können Sie auch nur diese auswechseln, allerdings werden Steckdosen heute oft nur als Komplettpaket angeboten. Wenn Sie also schon die Blende entfernt haben, können Sie auch gleich den Rest des Moduls wechseln und Ihrer Wohnung so einen frischen Look verleihen – inklusive der neuesten Technik.

Schritt 2: Der Ausbau der Steckdose

Wollen Sie aber tatsächlich eine neue Steckdose einbauen, lösen Sie jetzt die Schrauben, mit denen diese in der Unterputzdose verankert ist. In der Regel sind das Spreizkrallenschrauben. Bei Hohlwanddosen, die beispielsweise in Holzwänden eingesetzt werden, handelt es sich um Hohlraumschrauben. Das Prinzip des Aufschraubens ist gleich. Nach dem Abschrauben und dem Abklemmen der Kabel können Sie die alte Steckdose herausnehmen.

Schritt 3: Die neue Steckdose installieren

Bevor Sie die neue Steckdose einbauen können, müssen die Leiter wieder richtig verdrahtet werden. Bei beschädigten oder alten Kabeln kann es sinnvoll sein, ausgefranste Kabelspitzen zu kappen und neu abzuisolieren. Etwa 10 bis 12 mm sollten die Kupferdrähte freiliegen. Da bei festen Elektroinstallationen – und Steckklemmen allgemein – ausschließlich starre Leiter verwendet werden, brauchen Sie sich übrigens über aufgespleißte Adern keine Gedanken zu machen.

Nun folgt die Verdrahtung, die natürlich Voraussetzung für einen ungehinderten Stromfluss ist. Der stromführende Leiter und Neutralleiter werden rechts und links angeklemmt. Der Stromleiter ist in der Regel schwarz, bei alten Leitungen können Sie auch auf braune, rote oder weiße Kabel treffen. Den Neutralleiter erkennen Sie an der blauen Ummantelung. In der Mitte klemmen Sie den Schutzleiter an, die Erdung, die in grün-gelb unverwechselbar ist.

Bei Altbauten ist jedoch Vorsicht geboten. Denn bei diesen Farben handelt es sich um den heutigen Standard, der nicht mit dem der damaligen Zeit übereinstimmen muss. Prüfen Sie daher lieber die entsprechenden Adern einzeln, um auch wirklich sicher zu gehen.

Heute finden Sie hauptsächlich Steckklemmen, in die Sie die Leiterenden einfach einstecken können. Finden Sie noch eine Schraubklemme vor, ziehen Sie die Spitze mit Hilfe der Schraube fest. Der Schutzleiter sollte dabei der längste von allen Drähten sein. Wird die Steckdose unsachgemäß aus der Wand gerissen, würde so der Schutzleiter am längsten verbunden sein und Sicherheit bieten.

Tipp: Setzen Sie das Kabel dabei am besten links neben dem Gewinde an, damit der Leiter in der Drehrichtung der Schraube anliegt und bestenfalls mit dem Gewinde eng eingedreht wird.

Schritt 4: Überprüfen und wieder in Betrieb nehmen

Nach einer letzten Überprüfung, ob die Drähte auch fest in den Klemmen sitzen, setzen Sie die Steckdose wieder in die Unterputzdose. Achten Sie dabei darauf, die Kabel nicht zu quetschen. Vielleicht ist ein wenig Fingerspitzengefühl notwendig. Schrauben festziehen, Blende ebenfalls anschrauben und fertig.

Fast! Denn bevor Sie den Strom wieder einschalten, ist eine Isolationsmessung sinnvoll und in gewissen Fällen vorgeschrieben. Damit können Sie mögliche Fehler in der Leitung aufspüren und beheben. Besonders bei alten Leitungen sind Isolationsmessungen regelmäßig zu empfehlen, um einer Überalterung der Leitungen vorzubeugen.

Halten Sie sich an diese Schritte und das Steckdosen installieren gelingt Ihnen im Handumdrehen.

Hinweis: Sollten Sie eine Steckdose versetzen oder einen Steckdosenkreis um eine weitere Dose erweitern wollen, sind seit 2009 die neuen VDE-Normen zu beachten. Diese schreiben vor, dass auch Steckdosen mit Fehlerstrom-Schutzschaltern vor gefährlichen Fehlerströmen gesichert werden müssen. Bei einem einfachen Austausch der Steckdose brauchen Sie das jedoch nicht.