Neuer Praxisraum in Tierarztpraxis

In Räumen für medizinische Zwecke gelten besondere Vorschriften. Um die Sicherheit von Patienten und Ärzten jeder Zeit zu gewährleisten, ist seit 2012 die Norm DIN VDE 0100-710 in Kraft getreten, die auch die Elektroinstallation in der Arztpraxis festlegt. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie das Licht- oder Stromnetz in medizinisch genutzten Räumen installieren oder erneuern.

Medizinische Räume mit unterschiedlichen Anforderungen

Nach der entsprechenden VDE Norm werden medizinische Räume in drei Kategorien eingeteilt:

  • Gruppe 0

Darunter fallen Besprechungs- und Untersuchungszimmer ohne elektrische Geräte für medizinische Zwecke. Auch Wartezimmer und Flure gehören in diese Kategorie. Die elektrische Anlage kann problemlos abgeschaltet werden und sollte lediglich mit einem Schutzpotentialausgleich und Fehlerstromschutzschaltern gegen Fehlerströme gesichert werden.

  • Gruppe 1

In Räumen der Gruppe 1 werden Patienten mit medizinischen Elektrogeräten behandelt. Darunter fallen alle Untersuchungen, die keine lebensbedrohlichen Eingriffe erfordern und die jederzeit unterbrochen werden können. Allgemeine Arzt- oder Dentalpraxen, sowie Therapiezimmer, Räume zur Altenpflege, für Erste-Hilfe-Notfälle oder betriebsmedizinischen Untersuchungen fallen in diese Kategorie.

Die Elektroinstallationsnormen schreiben für die Nutzung dieser Räume neben dem üblichen FI-Schutzschalter einen zusätzlichen Schutzpotentialausgleich nach VDE 0100-710 vor, der von der Hauptausgleichsschiene getrennt ist. Darüber hinaus wird bei OP-Leuchten und anderen SELV- oder PELV-Stromkreisen ein Schutz durch Kleinspannung gefordert.

  • Gruppe 2

Bei invasiven medizinischen Operationen ist oft eine durchgehende Stromversorgung der Niederspannungsanlage notwendig, da der Ausfall medizinischer Geräte für den Patienten lebensbedrohlich wäre. Das hat zwei Dinge zur Folge:

  1. Sensiblen Geräte des medizinischen IT-Systems müssen an eine eigene, sichere Stromversorgung (SSV) angeschlossen werden. Im Operationsraum markieren beispielsweise farbige Steckdosen die unterbrechungsfreien Stromkreise. Die Notfallbeleuchtung muss ebenfalls an die SSV gekoppelt sein.
  2. Der Stromkreis für die medizinischen Geräte darf nicht mit einem Fehlerstromschutzschalter gesichert werden. Dies würde zu einer lebensgefährlichen Unterbrechung der Behandlung führen. Die doppelte Isolation der Spezialgeräte bietet in der Regel ausreichend Schutz. Zusätzlich kann ein Isolationswächter eingebaut werden, um Fehlerströme akustisch oder visuell anzuzeigen, ohne die Versorgung auszusetzen.

Die optimale Elektroinstallation in der Arztpraxis

Jede Praxis hat andere Anforderungen an die elektrische Anlage. Räume der Gruppe 2 finden Sie in der Regel nur in Krankenhäusern. Dennoch sollten Sie vor der Installation alle notwendigen Aspekte mit dem Arzt besprechen, um jede Eventualität abzudecken. So können beispielsweise sehr sensible medizinische Geräte eine erhöhte Abschirmung vor elektromagnetischen Wellen erfordern. Eine intensive Analyse der Praxis ist die Voraussetzung für eine optimale Elektroinstallation.

Sollten Sie Hilfe bei der Elektroinstallation in Arztpraxen haben, wenden Sie sich gerne an uns. Wir helfen Ihnen jederzeit weiter!