Personen- und Anlagenschutz im Betrieb des Wald-Klinikums Gera

Im Zuge der Generalsanierung des Waldklinikums Gera wurden die kompletten elektrischen Anlagen und Betriebsmittel auf den neuesten Stand mit höchstem Niveau gebracht. Aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen daran, entschieden sich die Verantwortlichen für Reiheneinbaugeräte der Serie GREEN ELECTRIC von Kopp. Insgesamt sorgen über 2.800 Leitungsschutzschalter und 1.300 Fehlerstrom-Schutzschalter für zuverlässigen Schutz aller elektrischen Stromkreise und damit für die Sicherheit des Klinikpersonals und der Patienten.

Elektrische Anlagen im Krankenhaus

Im Klinikalltag kommen eine Vielzahl netzbetriebener elektrischer Geräte und Maschinen zum Einsatz. Ein plötzlicher Ausfall der Stromversorgung hätte fatale Folgen, deshalb sind die Anforderungen an die Personen- und Ausfallsicherheit der elektrischen Anlagen und Geräte besonders hoch.

Neben der erforderlichen elektrischen Leistung müssen Gesetze und Normen eingehalten werden. Die Basis zur Anlagendimensionierung bildet die VDE 0100 „Errichten von Niederspannungsanlagen“. Die Norm definiert in Teil 710 die Anforderungen an die Elektrosicherheit in medizinisch genutzten Bereichen.

Normative Anforderungen an medizinische Einrichtungen

Diese Bereiche werden in die Gruppen 0, 1 oder 2 eingeteilt. 0 klassifiziert medizinische Bereiche, in denen eine Unterbrechung der Stromversorgung für die Sicherheit der Patienten unbedenklich ist. In Bereichen der Klasse 2 hingegen sind Stromausfälle lebensgefährlich. Dort muss bei Störungen ein Weiterbetrieb binnen weniger Sekunden gewährleistet sein.

 

Ungewollte Betriebsunterbrechungen vermeiden

Zum Schutz gegen Körperströme und elektromagnetische Störungen (Fremdspannungen) verfügen Bereiche der Klasse 2 über zwei unabhängige Stromversorgungssysteme. Neben dem TN-Netz sorgt das IT-System mit Isolationsüberwachung für die Versorgung lebenserhaltender ME-Geräte und ME-Systeme. Die ungeerdeten IT-Systeme bieten zusätzlich einen inhärenten Schutz vor gefährlichen Körperspannungen. Allerdings werden IT-Systeme mit zunehmender Größe unübersichtlich und weisen eine hohe Netzableitkapazität auf.

 

RCD erhöhen Betriebssicherheit und Anlagenverfügbarkeit

Medizinisch genutzte Bereiche der Klassen 0 und 1 werden ab dem Hauptverteiler über ein TN-S-Netz versorgt. Der Isolationswiderstand wird indirekt über die Höhe des Fehlerstromes bestimmt. Hierfür kommt eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) zum Einsatz, die bei Überschreiten eines definierten Fehlerstroms die Anlage oder den Verbraucher abschaltet.

In Bereichen der Klasse 1 muss sichergestellt sein, dass beim zeitgleichen Anschluss von mehreren elektrischen Verbrauchern an einen Stromkreis keine unerwünschte Abschaltung stattfindet. In diesem Fall führt ein Auslösen dazu, dass sämtliche Stromkreise – auch fehlerfreie – spannungsfrei geschaltet werden. Deshalb empfiehlt die DIN VDE 0100-410, die Stromkreise einer Anlage auf mehrere Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen zu verteilen. So können wesentliche Anlagenteile beim Auftreten eines einzelnen Fehlers weiterbetrieben werden.

 

Green Electric für höchste Qualitätsanforderungen

Für den Einsatz von ME-Geräten und ME-Systemen müssen RCD verwendet werden, die ein unerwünschtes Ausschalten des Gerätes durch Netzspitzen verhindern. Diese Forderung lässt sich in Einklang mit der DIN VDE 0100-710 optimal mit den Verteilereinbaugeräten GREEN ELECTRIC von Kopp umsetzen. Der RCD erfasst Wechsel- sowie pulsierende Gleichströme und führt innerhalb von 0,2 Sekunden zu einer Abschaltung.

 

Quellen

  • “Errichten von Niederspannungsanlagen”, DIN VDE 0100-710 VDE 0100-710:2012-10, Teil 7-710: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Medizinisch genutzte Bereiche
  • “Allgemeine Sicherheitsanforderungen an Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen”, E DIN IEC 60755 VDE 0664-900:2016-06
  • “Errichten von Niederspannungsanlagen”, DIN VDE 0100-410 VDE 0100-410:2007-06, Teil 4-41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elektrischen Schlag