Hallo Bjorn,

das Logistik Center ist ja wirklich beeindruckend. Was mir sofort auffiel ist die große vollautomatisierte Maschine welche Produkte selbstständig auswählt und den einzelnen Aufträgen zuordnet.

Gerade mit dem Hintergrundgedanken an die Industrie 4.0 sind vollautomatisierte Produktions- und Versandprozesse von bedeutender Relevanz um auf globalisierten Märkten konkurrenzfähig zu bleiben.

Aber bevor wir uns dieser beeindruckenden Maschine widmen, erzähl uns doch erstmal ein wenig über dich.

Seit wann arbeitest du schon bei Kopp und was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Berufsalltag?

Ich arbeite bei Kopp Benelux seit April 1996 und bin am Standort in Kahl seit September 2010 nach einer Verlagerung vom Lager in Wijchen. Seit Juni 2014 bin ich in Kahl angestellt und als Leiter der Logistik tätig.

Was macht dir an deinem Beruf als „Head of Logistics“ am meisten Spaß?

Die sich kontinuierlich verändernden Kundenwünsche zu erfüllen macht mir Spaß, ist aber manchmal auch sehr herausfordernd. Diese Wünsche und Herausforderungen bringen dann oft auch wieder neue Ideen bestimmte Prozesse zu verändern und zu verbessern. Diese Ideen gemeinsam im Team zu erarbeiten, erfolgreich umzusetzen und somit die Logistik kontinuierlich weiterzuentwickeln macht mir persönlich großen Spaß.

In der heutigen Zeit gewinnt Logistik immer mehr an Bedeutung. Entscheidend ist, wie schnell der Kunde sein Produkt erhält. Hierfür gilt ein stetiges Streben nach Effizienz! Um logistische Teilprozesse wie Transport, Lagern, Kommissionieren, Sortieren, Verpacken und Verteilen stetig zu optimieren bedarf es einer sorgfältigen Planung und Organisation. Was wird unternommen um genau diese Teilbereiche der Logistik zu optimieren?

Innerhalb der Teilbereiche in der Logistik gibt es einiges an Abstimmungen. Zum einen, geht es um generelle Prozesse oder in Einzelfällen um Kommunikation zwischen den Teilbereichen damit sichergestellt ist, dass alle Zahnräder ineinandergreifen. Hierfür sind unsere Teams sehr flexibel aufgestellt. Wir erstellen wöchentlich einen groben Personalplan, der täglich nach dem Bedarf der einzelnen Bereiche angepasst wird.

Hinzukommen Themen wie die systemseitige Steuerung der Logistik über Stammdaten von Materialen in Zusammenhang mit Stammdaten von Lagerplätzen. Diese Steuerung übernimmt eine entscheidende Rolle. Hier wird nach neuen innovativen Wegen auch im Zuge der Digitalisierung gesucht. Beispielweise haben wir letztes Jahr in ein Volumenmessgerät investiert um Stammdaten zu verbessern.

Des Weiteren haben wir wöchentlich eine KVP- (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) Besprechung mit den einzelnen Teilbereichen, um Hinweise und Ideen der Mitarbeiter aufzunehmen und idealerweise als Optimierungsansatz zu bewerten und später umzusetzen. KVP-Initiativen können sich in verschiedenen Ausprägungen widerspiegeln, vom bessern Kartonmesser, über ein ergonomisches Umreifungsgerät bis hin zu Mobiler Datenerfassung.  Vieles ist aber auch Abstimmung mit anderen Abteilungen.

Für uns ist es wichtig, dass die Waren in der Logistik so wenig wie möglich angefasst werden. Hierzu werden z.B. mit Marketing und Vertrieb die Kundenwünsche abgestimmt. Bestellmengen werden optimiert, damit Materialen in der richtigen Menge sofort verpackt, angeliefert und direkt weitergeliefert werden können. Mit Einkauf, Dispo und Produktion wird die Anlieferung auf unseren Wareneingang abgestimmt.

Nachdem wir nun erfahren haben, wie wichtig eine sorgfältige Planung und Organisation in der Logistik ist, beschäftigen wir uns nun mit einer sehr wichtigen Maschine in der Logistik Abteilung.

Um was für eine Art Maschine handelt es sich hierbei?

Es handelt sich hier um Fördertechnik, die den Warenfluss vom Kommissionier Lager, hin zu den Packplätzen abgedeckt. Die Fördertechnik hilft uns den Aufwand für unsere Pick- und Pack-Lager effizient und optimiert durchzuführen.

Welche Aufgaben bewerkstelligt der Sorter?

Der Sorter ermöglicht die systemseitige Konsolidierung von vielen, einzelnen Kundenaufträgen in wenige große Kommissionier Aufträge. Somit können unsere Kommissionierer wege- und aufwandsoptimiert, Waren picken und durch die Fördertechnik schnell und effizient an die Packplätze weitergeben. Im Details werden die Materialen nach dem picken durch die Kommissionierer gescannt um die Materialien zu bestätigen. Die Fördertechnik transportiert dann die Waren in die Packhalle und nach automatischen scannen ordnet der Sorter die Waren dem richtigen Platz zu. Der Sorter verteilt somit die Kommissionier Aufträge wiederum auf die Kundenaufträge auf und ordnet sie den entsprechenden Packplätzen zu, um die korrekte Verpackung und Versendung zu ermöglichen.

Wie viele Menschen werden benötigt um diese Maschine zu steuern?

Die Anlage an sich wird von einer Person gesteuert.

Zum Schluss bitten wir dich noch um deine persönliche Meinung. Was bedeutet Logistik für dich und wo siehst du die Reise hingehen?

Logistik bedeutet für mich, dass die richtigen Materialen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein müssen. Eingehen auf neue Kundenwünsche und diese trotz Herausforderung versuchen in die heutigen Standards einzubinden.

Prinzipiell stellt das zunehmende E-Commerce-Geschäft in der DIY-Branche auch für die Lieferantenlogistik eine große Herausforderung dar. Erhöhte Komplexität im Zusammenhang mit der Anbindung an Web-Portale, keine standardisierten Stammdaten und Schnittstellen, erhöhter Aufwand für Pick und Pack im Lager durch Einzelaufträge, neue Distributionswege sowie neue Serviceanforderungen bei Direktbelieferung von Privatkunden und Baustellen (Dropshipment) sind zu verzeichnen. Abhängig vom Kunde sieht man Aufträge, die immer kleiner werden dafür aber immer öfters bestellt werden. Das spiegelt sich auch bei Anlieferungen von Lieferanten wieder, wo wir öfters in kleinere Mengen bestellen um die Bestände niedrig wie möglich zu halten. Dies erfordert eine kontinuierliche Hinterfragung und Anpassung der Lieferantenlogistikprozesse um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Vielen Dank für das interessante Interview!