Kellerraum mit Fährrädern an der Wand

Jedes elektrische Betriebsmittel hat eine sogenannte IP-Schutzklasse. Sie definiert, wie Lampen, Steckdosen oder Installationsmaterial gegen äußere Einwirkungen wie Wasser oder Fremdkörper geschützt sind. Was genau die einzelnen Schutzklassen bedeuten, erfahren Sie hier.

Alle IP-Schutzklassen im Überblick

Die Abkürzung IP bedeutet International Protection. Nach DIN EN 60529 VDE 0470-1:2014-09 werden die Buchstaben von bis zu zwei Zahlen ergänzt, die anzeigen, gegen welche Einflüsse das Gerät geschützt ist – also etwa IP44. Die erste Zahl steht für den Schutz gegen Berührung und Fremdkörper, die zweite Zahl für den Schutz gegen Wasser und Feuchtigkeit. Ist nur eine Schutzfunktion zu erfüllen, wird die andere Stelle durch ein X ersetzt.

Daraus ergeben sich folgende Schutzklassen für den Berührungsschutz:

  • IP0X: Hier besteht keinerlei Schutz vor Berührung.
  • IP1X: Das Betriebsmittel ist gegen Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 50 mm geschützt.
  • IP2X: Geräte mit dieser Klasse sind gegen Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 12,5 mm gesichert. Das stellt beispielsweise einen wirksamen Schutz gegen Finger dar.
  • IP3X: Dies bedeutet, dass Gegenstände mit einem Durchmesser von mindestens 2,5 mm den elektrischen Betrieb nicht stören können. Damit ist das Gerät auch gegen die Berührung durch Werkzeuge wie Schraubendreher gesichert.
  • IP4X: Das elektrische Betriebsmittel ist gegen Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 1 mm geschützt. Selbst Drähte sind hier keine Gefahr.
  • IP5X: Ob Steckdose oder Lampe, diese Gerät sind vollständig gegen Berührungen geschützt. Auch Staubablagerungen im Gerät sind ungefährlich.
  • IP6X: Ist ein elektrisches Gerät, beispielsweise ein Personenschutzschalter, mit dieser Schutzklasse versehen, können selbst kleinste Staubkörner nicht eindringen.

 

Die Schutzklassen für den Wasserschutz lauten wie folgt:

  • IPX0: Hier besteht keinerlei Wasserschutz. Das Betriebsmittel sollte nur in absolut trockenen Räumen installiert werden.
  • IPX1: Das Betriebsmittel ist gegen senkrecht herabfallende Wassertropfen geschützt.
  • IPX2: Das elektrische Gerät ist gegen schräg fallende Wassertropfen (Winkel zur Senkrechten < 15°) gesichert.
  • IPX3: Hier besteht Schutz gegen Sprühwasser (Winkel zur Senkrechten < 60°). Das Gerät darf beispielsweise in überdachten Bereichen des Gartens oder Balkons eingesetzt werden.
  • IPX4: Spritzwasser kann nicht in die Steckdose oder den Lichtschalter eindringen. In Feuchträumen und Garagen ist diese Schutzklasse die Mindestanforderung.
  • IPX5: Bei dieser Schutzklasse herrscht Sicherheit vor Strahlwasser aus allen Richtungen. In nassen Bereichen wie Schwimmbädern oder in Waschküchen, die nass gereinigt werden sollen, sollten Sie Geräte mit dieser Klasse verwenden.
  • IPX6: Starkes Strahlwasser und vorübergehende Überflutung sind keine Gefahr. Geräte im Garten, die auch bei einem starken Regen im Freien bleiben, sollten diese Klassifizierung aufweisen.
  • IPX7: Das Betriebsmittel ist gegen ein vorübergehendes Eintauchen gesichert. Bodenlampen im Außenbereich sollten beispielsweise diese Schutzart aufweisen.
  • IPX8: Soll das Gerät gegen dauerhaftes Eintauchen geschützt sein, sollte es diese Schutzklasse aufweisen. Dann ist es wasserdicht.
  • IPX9: Diese Klasse beschreibt den Schutz gegen Hochdruck und Dampfstrahlreiniger. Sie kommt insbesondere in der Landwirtschaft und bei Straßenfahrzeugen zum Einsatz.

 

Informieren Sie sich vor der Installation von Schaltern, Bewegungsmeldern oder anderen Materialien über die genaue Nutzung und die Umgebungseinflüsse. Nur Geräte mit der entsprechenden IP-Schutzklasse dürfen beispielsweise in Feuchträumen oder im Außenbereich verbaut werden. Eine Steckdose, die in Feuchträumen installiert werden darf, muss beispielsweise eine Schutzklasse von mindestens IP44 aufweisen. Sie ist gegen Berührung mit feinen Drähten oder Werkzeugen ebenso gesichert wie gegen Spritzwasser.

 

Unabhängig von dem Einsatzort der Materialien gelten bei allen Arbeiten an elektrischen Anlagen die fünf Sicherheitsregeln.