Das Smart Home ist teuer? Stimmt nicht. Denn die staatseigene Förderbank KfW vergibt zinsgünstige Darlehen und gewährt Zuschüsse, mit denen eine Investition in die intelligente Haussteuerung sich auch für Eigenheimbesitzer und Mieter lohnt. Am Beispiel des Funksystems Free-control von Kopp zeigen wir, welche Voraussetzungen die Technik erfüllen muss.

Generell gilt: Nicht die Technik selbst wird durch die KfW gefördert, sondern das Plus an Komfort oder Energieeffizienz. Konkret erhalten Bauherren und Hausbesitzer einen Zuschuss, wenn sie ihre Haustechnik altersgerecht umrüsten oder mit dem Smart-Home-System nachweislich Energie einsparen. Davon profitiert auch der Fachhandwerker: Als Profi übernimmt er Beratung, Planung und die Installation der Systeme.

 

Was ist ein altersgerechter Umbau?

Nur etwa ein Prozent der rund 40 Millionen Wohnungen in Deutschland können von Menschen mit körperlichen Einschränkungen selbstständig genutzt werden. Mit anderen Worten: sie sind barrierefrei. Das will die Bundesregierung ändern. Auch, weil das Thema selbstbestimmtes Wohnen im Alter immer wichtiger wird. 1950 war noch jeder zehnte Einwohner älter als 65 Jahre, heute ist es jeder Fünfte und bis 2050 könnte es jeder Dritte sein, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung berechnet hat. Ebenso rasant wächst der Bedarf an barrierefreien Wohnungen.

Daher fördert der Staat über die KfW den altersgerechten Umbau von Treppenhäusern und Badezimmern, aber auch die Installation technisch gestützter Assistenzsysteme. Hier kommt das Smart Home ins Spiel: Die automatische Steuerung der Haustechnik leistet einen großen Beitrag zum altersgerechten Wohnen. Denn Barrieren reduzieren bedeutet nicht nur Treppen oder Schwellen zu beseitigen, sondern auch die Verbesserung von Sicherheit, Außenkommunikation und des Wohnkomforts.

Was bedeutet Ambient Assisted Living?

Ambient Assisted Living (AAL) lautet das Schlagwort für Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die smarte Technologien in den Alltag integrieren. Es geht darum, körperlich oder geistig eingeschränkten Menschen bei einem selbstbestimmten Leben im eigenen Zuhause zu unterstützen. So kann es im Alter beispielsweise schwierig werden, jeden Morgen die Rollläden zu öffnen. Der klassische Rollladengurt setzt auf Muskelkraft, belastet Arme, Schultern und den Rücken. Motorbetriebene Rollläden hingegen lassen sich in die intelligente Haustechnik einbinden und per Wandschalter oder Smartphone steuern. Diese sogenannten „baugebundenen Betriebs- und Antriebsysteme“ können auch zur Steuerung von Türen und Fenstern, der Beleuchtung, Heizung und Klimatechnik installiert werden.

Welche Voraussetzungen gelten für eine Förderung?

Die KfW fördert den Einbau der vernetzten Gebäudesystemtechnik mit den funkbasierten Installationen, wie zum Beispiel Funksender, -schalter und Sensoren sowie das Internet-Gateway zur digitalen Datenübertragung. Für eine Förderung müssen altersgerechte Assistenzsysteme:

  • interoperabel sein und die freie Kombinierbarkeit der Systemkomponenten ermöglichen.
  • eine datensichere, datengeschützte, systemübergreifende, jederzeit verfügbare, funktionssichere und nachrüstbare Kommunikation ermöglichen.
  • leicht bedienbar und ganzheitlich ergonomisch sein.

Was muss ein altersgerechtes Smart Home können?

Nehmen wir zum Beispiel Free-control. Das Funksystem lässt sich überall installieren, im Neubau und im Altbau, im Eigenheim und in der Mietwohnung. Damit deckt es sämtliche Adressaten der KfW ab. Zudem ist die Installation vergleichsweise kostengünstig. Das System kommuniziert ausschließlich über ein Funknetzwerk und die einzelnen Komponenten benötigen entweder gar keinen Netzanschluss oder lassen sich in die bestehende Elektroinstallation einbinden. Bauliche Veränderungen sind nicht nötig. Auch bei der Bedienung setzt Free-control auf Komfort. Der Smartphone-affine Nutzer steuert die Haustechnik über eine App. Wem das zu kompliziert ist, der kann auch auf die klassische Funkfernbedienung oder den Wandschalter zurückgreifen.

Das intelligente Zuhause spielt seine Vorteile voll aus, wenn es an die wechselnden Bedürfnisse seiner Bewohner angepasst werden kann. Daher ermöglicht Free-control den Informationsaustausch mit anderen Smart-Home-Lösungen. Dazu benötigt das System eine Schnittstelle, das Home Gateway. Es erkennt verschiedene Funkstandards, übersetzt sie in eine einheitliche Sprache und führt sämtliche Informationen in der Kopp HomeControl App zusammen. So lassen sich eine Reihe von Smart-Home-Funksystemen auf der 868 MHz-Funkfrequenz via IP-Netzwerk steuern – entweder per Smartphone, Tablet oder Sprachbefehl.

Die passende App zur Steuerung des intelligenten Zuhauses heißt HomeControl. Mit der App können Statusmeldungen des Betriebszustandes der angelernten Smart-Home-Komponenten sowie Sensorereignisse abgerufen und überwacht werden. Über einen mobilen Internetzugang lässt sich das Smart Home auch aus der Ferne steuern.

Wie fördert die KfW den altersgerechten Umbau?

Wer bei Sanierung oder Neubau in die Barrierefreiheit der Haustechnik investiert, kann mit zinsgünstigen KfW-Krediten bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten finanzieren. Dabei umfassen die Kosten nicht allein die Technik, sondern auch eine professionelle Beratung und Planung sowie den Einbau durch einen Handwerker. Maximal 50.000 Euro Förderkredit pro Wohneinheit gewährt die KfW mit dem Programm 159 „Altersgerechtes Umbauen“. Den Antrag auf Förderung stellen Eigentümer, Käufer oder Mieter nicht bei der KfW direkt, sondern bei ihrer Hausbank. Wichtig ist, dass die Maßnahmen alle Voraussetzungen der KfW erfüllen und dass der Umbau erst nach Antragsstellung beginnt.

Die Förderung erfolgt unabhängig vom Alter der Antragssteller, spricht also auch junge Menschen und Familien an. Zuschüsse zum barrierefreien Umbau (Programm 455) werden momentan nicht gewährt (Stand 27.3.2018). Im Jahr 2017 waren die Fördermittel der KfW bereits im August aufgebraucht. In diesem Jahr soll die Förderung voraussichtlich im Sommer wieder aufgenommen werden, allerdings nur, wenn der Bundeshaushalt entsprechende Geldmittel bereitstellt.

Welche Zuschüsse gibt es für das Smart Home?

Einen Investitionszuschuss gewährt die KfW im Rahmen des Förderprogramms 430 „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“. Wer seine Heizungsanlage austauscht oder die Wärmeverteilung der bestehenden Anlage durch den Einsatz smarter Technik optimiert, bekommt einen Zuschuss von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit aus dem Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE).

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Heizung mindestens zwei Jahre alt ist. Die Optimierung umfasst eine Bestandsaufnahme des Heizungssystems, einen hydraulischen Abgleich und die Umsetzung aller Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Energieeffizienz des gesamten Systems führen. Dazu zählen die Anpassung von Heizkurve, Vorlauftemperatur und Pumpleistung sowie der Einsatz von smarten Einzelraumtemperaturreglern.

 

Wie kann das Smart Home die Heizung optimieren?

Bei der Temperaturreglung setzt auch die intelligente Fußbodenheizungssteuerung von Kopp an. Sämtliche Funkkomponenten lassen sich einfach installieren und problemlos in die Hausautomation integrieren. Zentrales Steuerungselement der Heizung ist die Basisstation. Sie erfasst sämtliche Messdaten sowie die Informationen der jeweiligen Raumbediengeräte und steuert die Kommunikation mit allen angeschlossenen Systemkomponenten. Die Basisstation lässt sich mit dem Gateway von Kopp verbinden und zentral steuern. Neben der optimierten Steuerung punktet die smarte Fußbodenheizung mit modernen Regel-Algorithmen, die sich an örtliche Bedingungen anpassen lassen und eine energieeffiziente und komfortable Temperaturregelung ermöglichen.

Fazit: Vor einer Investition lohnt sich der Antrag öffentlicher Fördermittel

Wenn eine Investition in das eigene Smart Home ansteht, lohnt es sich, die verschiedenen Förderprogramme zu nutzen – sei es bei der Nachrüstung oder beim Neubau. Denn es ist wichtig, dass der Antrag auf Förderung vor Beginn der Maßnahmen gestellt wird.