Spezielle Schutzanforderungen stellen sicher, dass die verbauten Materialen einen Mindeststandard bei den Schutzklassen haben. So dürfen nicht alle Kabel im Garten verlegt werden. Eine weitere Gefahrenquelle stellen außerdem nicht ausreichend isolierte Kabel oder Steckdosen dar. Bei der Kabelverlegung muss sichergestellt werden, dass diese bei Gartenarbeiten vor Beschädigungen geschützt sind.  Daher müssen Hausbesitzer und Installateure hohe Sicherheitsstandards einhalten.

Schutzanforderungen: Der Garten als Feuchtraum

Weil sich Strom und Wasser nicht vertragen, gilt der Außenbereich für den Fachmann als Feuchtraum und muss bei der Auswahl von Produkten und Ausstattung entsprechend behandelt werden. Das heißt: Alle verwendeten Komponenten und Bauteile – von Verlängerungskabeln über Steckdosen bis hin zu den elektrischen Verbrauchern – müssen mindestens die Schutzklasse IP44 oder höher erfüllen.

Außerdem gilt die Grundregel zum Schutz vor elektrischem Schlag: Gefährliche aktive Teile dürfen nicht berührbar sein und berührbare leitfähige Teile dürfen nicht zu gefährlichen aktiven Teilen werden – weder unter normalen Bedingungen noch unter Einzelfehlerbedingungen. Damit die Elektroinstallation im Garten sicher ist, muss sie laut DIN VDE 0100-410

Errichten von Niederspannungsanlagen – Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elektrischen Schlag“ folgende Schutzanforderungen erfüllen:

  1. Basisschutz – Schutz gegen direktes Berühren. Alle aktiven Teile einer Anlage müssen durch isolierende Gehäuse, Umhüllungen oder Abdeckungen vollständig vor Berührungen geschützt werden.
  2. Fehlerschutz – Schutz bei indirektem Berühren. Versagt der Basisschutz, müssen gefährliche Berührungsspannungen verhindert oder abgeschaltet werden. Dafür wird die notwendige Erdung mithilfe einer Potentialausgleichsschiene hergestellt. Außerdem sorgt eine Schutzeinrichtung (OCP oder RCD) im Falle eines Fehlerstroms für die sofortige Abschaltung des betreffenden Stromkreislaufs.
  3. Zusatzschutz – Schutz bei direktem Berühren. Wenn Basisschutz und Fehlerschutz versagen, greift der Zusatzschutz. Er wird durch hochempfindliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) erreicht. Bei Neuinstallationen mit besonderen Gefährdungen ist der Zusatzschutz verbindlich vorgeschrieben. Dazu gehören Bade- und Duschräume, aber auch Außeninstallationen.

 

Aus diesen Forderungen folgt: Leitungen im Außenbereich müssen generell über eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) abgesichert werden. Hierzu benötigen sie im Sicherungskasten des Hauses einen eigenen Sicherungsautomaten. So wird im Fehlerfall – der im Außenbereich häufiger auftritt als im Haus – nicht die gesamte Anlage abgeschaltet, sondern nur der fehlerhafte Stromkreis.

Nicht alle Kabel dürfen in den Garten

Doch bevor es an das Verlegen der Leitungen geht, sollten Hausbesitzer sich klar darüber sein, wo Außensteckdosen Sinn machen und welche Verbraucher sie anschließen wollen. Daraus kann der Elektriker den benötigten Kabelquerschnitt berechnen.

Im Außenbereich dürfen nur PVC-isolierte, wasserdichte Erdkabel mit der Typenkennzeichnung NYY-J oder NYCWY verlegt werden. Beide Kabeltypen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Niederspannungs-, Mittelspannungs- und Hochspannungskabeln. Für den Garten reicht ein Niederspannungskabel (0,6 bis 1 kV) vollkommen aus, bei energieintensiven Verbrauchern kann auch ein Mittelspannungskabel (bis 70 kV) eingesetzt werden. Hochspannungskabel mit Betriebsspannungen von über 200 kV machen nur dann Sinn, wenn große Strommengen über weite Entfernungen (>10 Km) transportiert werden müssen.

 

Erdkabel sicher verlegen und kennzeichnen

Damit die Erdkabel bei Gartenarbeiten durch Spaten oder Hacken nicht beschädigt werden, müssen sie mindestens 60 Zentimeter tief im Boden verlegt werden. Schutz vor scharfkantigen Steinen und Erdbewegungen bietet ein 10 cm dickes Sandbett, das unter und über dem Kabel eingebracht wird. Kein Muss, aber praktisch sind Leerrohre. Ins Erdreich dringt Feuchtigkeit ein, die das Kabel angreift. Selbst eine widerstandsfähige Isolierung wird mit der Zeit spröde und kann reißen. Leerrohre bilden eine Barriere gegen Feuchtigkeit, Schmutz und Frost. Außerdem ermöglichen sie den nachträglichen Austausch defekter Kabel.

Schließlich wird über der schützenden Sandschicht eine schlagfeste Abdeckung aus Ziegelsteinen verlegt, die durch ein Warnband gekennzeichnet ist. Das Warnband zeigt bei Erdarbeiten an, dass an dieser Stelle eine elektrische Leitung verläuft und äußerste Vorsicht geboten ist. Zum Schluss kann der Graben mit Erde zugedeckt und das Kabel an die Gartensteckdose angeschlossen werden.

Abschließbare Steckdosen, Energiesäulen und Co.

Ist das Kabel verlegt, stellt sich die Frage nach den passenden Steckdosen. Besonders praktisch für den Garten sind Energiesäulen. Sie sind häufig mit mehreren deckelgeschützten Schutzkontaktsteckdosen ausgestattet und aufgrund ihrer Höhe gegen Spritzwasser und Überflutungen geschützt. Die robusten Aluminiumsäulen gibt es auch mit LED-Lichtelementen. So versorgen sie nicht nur Rasenmäher und Elektrogrill mit Strom, sondern auch den Gartenweg mit Licht. Kompakt und unauffällig sind Gartensteckdosen in Steinoptik. Die getarnte Energieverteilung fügt sich elegant ins Landschaftsbild und bewahrt die natürliche Ausstrahlung des Gartens. Eine mechanische Zeitschaltuhr schaltet angeschlossene Verbraucher wie Leuchten oder Bewässerungsanlagen individuell ein- oder aus.

Im Garten oder an der Hauswand können auch Produkte aus dem Fechtraumsortiment von Kopp eingesetzt werden wie beispielsweise die abschließbaren Aufputz-Schutzkontaktdosen von BLUE ELECTRIC. Jede Steckdose wird mit einem robusten Klappdeckel aus thermoplastischem Kunststoff und wahlweise zwei Schlüsseln oder einem Zahlenschloss geliefert. Damit lassen sich individuelle und sichere Zugangsregelungen zur Stromentnahme realisieren – denn frei zugängliche Steckdosen locken Stromdiebe an. Alle Produkte für den Außenbereich sind nach Schutzklasse IP 44 zertifiziert und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen sowie Berührungen mit Werkzeugen und Fremdkörper geschützt.