Am 1. Januar 2020 ist ein neues Jahrzehnt angebrochen. Welche Trends bestimmen den Markt? Was wird wichtig in den nächsten Jahren? Und welche Ziele verfolgt Kopp? Wir haben mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Stephan Dörrschuck, gesprochen – über Pläne, Produkte und auch über Persönliches.

Herr Dörrschuck – seit 2013 führen Sie nun Kopp. Was hat sich seitdem im Markt verändert? Und was waren die wichtigsten Meilensteine der vergangenen Dekade?

Das vergangene Jahrzehnt war für unsere Branche sicherlich ein Quan-tensprung – und auch eine enorme Herausforderung. Denn hier mussten wir den großen Schritt vom analogen und mechanischen zu einem ganzheitlich und digital ausgerichteten Ansatz meistern. Dass uns dies gut gelungen ist, zeigen unter anderem unsere attraktiven Lösungen im Bereich Smart Ho-me. Besonders wichtig in den vergangenen Jahren war, dass wir erfolgreich die Weichen für die Zu-kunft gestellt und uns entsprechend ausgerichtet haben. So haben wir seit 2013 wieder verstärkt an Neuentwicklungen gearbeitet und unser Produktportfolio stark auf die Schlüsselstelle im Elektroinstal-lationsmarkt ausgerichtet – die Installateure. Insgesamt sind für uns drei Vertriebswege als Säulen unseres Geschäfts wichtig. Das ist erstens unser Bereich Baumarkt/Do-it-yourself – hier allein haben wir rund 3.200 Produkte und sind äußerst flexibel, können von Marke bis White Label alles liefern, was der Kunde benötigt, und wir leben eine Category Kompetenz – auch wenn der besondere Fokus auf dem Segment der selbstproduzierten Waren liegt. Die zweite Säule sind unsere Profi-Sortimente für den Elektroinstallateur – mit dem Ausbau der HK-Sortimente, vom Designklassiker HK02 über die den Trend bedienenden HK07 und HK07pure Programme bis hin zur Glassensor-Schalterserie HKi8. Hier legen wir ganz besonderen Wert auf Verarbeitungsfreundlichkeit und Qualität. Dritter Schwerpunkt sind die Bereiche Industrie und OEM. Als Unternehmen mit besonderer Kompetenz in Entwicklung und Fertigung sind wir als OEM-Lieferant prädestiniert. Ein weiterer wichtiger Meilenstein der vergan-genen Jahre war auch der Einstieg unseres neuen Eigentümers Anfang 2016. Die Alfanar Gruppe als neue Unternehmensmutter denkt „Elektrotechnik“ wie wir und gibt uns den nötigen Freiraum für unsere Aktivitäten.

Nach der Rückschau möchten wir nun den Blick in die Zukunft des Unternehmens richten. Welche Pläne verfolgen Sie für das neue Jahrzehnt mit Kopp?

Mein wichtigstes Ziel ist es, Kopp wieder zu dem zu machen, was es historisch gesehen auch immer war: eine akzeptierte Marke für den Profi-Bereich, die seit mittlerweile vielen Jahren aber auch stark im Baumarkt-Segment aufgestellt ist. Was heißt das? Eine konsequente Rückbesinnung auf unser Kerngeschäft – die Entwicklung und Produktion von innovativen Lösungen für den Elektroinstallateur. Hier wollen wir ein attraktiver Lieferant sein, der in einem Atemzug mit den etablierten großen Namen genannt wird. Dafür ist es wichtig, dass der Installateur lernt, was er von Kopp erwarten kann. Nämlich Produkte, die besonders anwenderfreundlich sind und mit denen er gutes Geld verdienen kann, weil wir weniger in Marketing und Hochglanzbroschüren investieren, sondern in Ideen, Innovationen – und indem wir diesen Preisvorteil an unseren Kunden weitergeben. Wir wollen der Partner des Installateurs sein. Aktuell machen wir einen großen Teil unseres Umsatzes noch in den Baumärkten. Das soll sich in den nächsten Jahren dergestalt ändern, dass wir im Profi-Bereich weiter wachsen wie in den vergangenen Jahren und sich die Umsatzanteile zwischen Baumarkt und Profi-Segment verschieben. Hier gibt es unglaubliche Potenziale für uns und ich bin zuversichtlich, dass wir unseren aktuellen Umsatz entsprechend steigern können.

Kann man die Baumarkt-Expertise von Kopp auch als Vorteil im Markt sehen?

Absolut. Ich sehe das nicht nur als großes Alleinstellungsmerkmal, son-dern auch als riesige Chance. Wir haben einen unglaublichen Erfahrungsschatz im Bereich Final Lo-gistics und sind getrieben zur Operational-Excellence. Von diesem Können, auf den Punkt genau zu liefern, kann auch der Elektroinstallateur oder der Elektro-Großhandel nur profitieren. Wie wichtig dies im Endkonsumenten-Bereich längst ist, zeigen uns Online-Händler, wie z. B. Amazon, jeden Tag auch im privaten Umfeld. Diese Bedürfnisse wird auch der Installateur künftig immer stärker verspüren und im Markt elektrotechnischer Komponenten haben wir deshalb sicher schon heute eine gute Position.

Wie wirkt sich das alles auf den Zentralstandort in Kahl am Main aus? Welche Pläne gibt es hier?

Allein, dass die Alfanar Gruppe den Standort samt sämtlicher Liegenschaften beim Einstieg erworben hat, zeigt, wie wichtig er ist. In Kahl am Main ist in den vergangenen Jahren auch schon viel passiert. Wir haben in die Bereiche Automatisierung und Logistik investiert, in die Ausstattung der Arbeitsplätze und wir bilden aktuell stark aus. In den nächsten Jahren werden zahlreiche langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rente gehen. Das bedeutet, dass sich die Belegschaft der aktuell 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier vor Ort in den nächsten Jahren weiter verjüngen wird. In Zukunft werden wir also erfahrenen Koppianern als auch Azubis und dem jungen Nachwuchs attraktive Jobs in Produktion, Verwaltung und Management bieten.

Jetzt haben wir erfahren, welche Ziele Sie mit Kopp verfolgen. Gibt es auch private Pläne, die Sie in den nächsten Jahren erreichen möchten?

Die sind im Gegensatz zu den unternehmerischen Zielen tatsächlich nicht genau definiert. Das Wichtigste ist natürlich, gesund zu bleiben. Und ich freue mich darauf, meine beiden 4- und 6-jährigen Kinder weiter aufwachsen zu sehen.

KOPP BLOG: Vielen Dank für das Gespräch!