Verschiedene Kabel

Bei vielen Elektroarbeiten sollte dem Anschluss elektrischer Leitungen höchste Aufmerksamkeit beigemessen werden. Denn wenn ganze Wohnräume mit Strom versorgt und Steckdosen sowie Schalter installiert werden, ist ein fehlerfreier Anschluss einer elektrischen Leitung absolut notwendig. Wir geben Ihnen heute im ersten Teil unserer Reihe zum Thema „Elektrokabel” einen kurzen Einblick und erklären Ihnen den Unterschied zwischen Leitungen und Kabel.

Unterschied zwischen Stromkabel und Stromleitung

Von außen ähneln sich sämtliche Elektrokabel aufgrund ihrer weißen, grauen oder schwarzen Ummantelung. In der Elektroinstallation unterscheidet man jedoch zwischen isolierten Leitungen und (Stark-)Stromkabeln. Diese Starkstromkabel finden vor allem im Freien ihren Einsatz. Dort benötigen sie eine dicke Mantelisolierung. Auf sie wirken meist höhere mechanische Kräfte und sind dank ihrer Schutzschicht auch gegen Wärmeinwirkung abgeschirmt.

Isolierte Leitungen im Haus können auf oder unter Putz als Rohr-, Kabel- oder Stegleitungen verwendet werden. Um Leitungen unterscheiden zu können, werden sie entweder nach der Norm „DIN VDE 0250″ oder mit harmonisierten Typenkurzzeichen gekennzeichnet. Was sich hinter den teilweise kryptischen Bezeichnungen versteckt, hat der VDE in seinem umfassenden Lexikon „Lexikon der Kurzzeichen für Kabel und isolierte Leitungen nach VDE, CENELEC und IEC” anschaulich aufgelistet.

 

Elektrische Leiter und ihre Funktionen

Als Leiter werden bei Elektroleitungen einzelne Drähte oder Adern bezeichnet. Welche Funktionen die einzelnen Leiter haben, sagen die unterschiedlichen Farben aus. Dabei unterscheidet man zwischen Außenleiter (auch Phasenleiter oder einfach „Phase” genannt), Neutralleiter (Nullleiter) und Schutzleiter (Erdleiter). Der Außenleiter führt den Strom stets vom Netz zum Schalter bzw. zur Steckdose. Seine Ummantelung ist entweder braun, schwarz oder grau. Das Kurzzeichen ist „L”. Der Neutralleiter führt vom Schalter bzw. Steckdose den Strom zurück ins Netz (blauer Kunststoffmantel, abgekürzt mit „N”). Der Schutzleiter (grün-gelb, PE oder PEN) leitet mögliche Körperströme zur Erde ab. Alle Verbraucher bzw. Stromabnehmer, die mit dem Erdsymbol gekennzeichnet sind, müssen immer mit dem Schutzleiter verbunden werden.

Tipp: Verlassen Sie sich nicht darauf, dass einzelne Leiter auch richtig angeschlossen wurden. Besonders in Altbauten empfehlen wir Ihnen, vor Beginn Ihrer Elektroarbeiten die einzelnen Leiter mit einem Messgerät zu prüfen, da hier oft noch alte Leitungen mit nicht mehr aktuellen Bezeichnungen verbaut sind.

Generell gilt: Je stärker die Belastung, desto größer sollte der Leitungsquerschnitt sein. Bedenken Sie auch, dass sämtliche elektrische Arbeiten Personen mit einschlägigen elektrotechnischen Kenntnissen und umfassender Erfahrung überlassen werden sollten. Achten Sie bei allen Tätigkeiten in der Elektroinstallation auf die herkömmlichen Sicherheitsregeln.

 

Beitragsbild: Barfotad utan strumpor och (kabel)skor von Christian Dahlqvist, CC BY-SA 2.0